Was bei der Kontaktaufnahme mit Journalisten zu beachten ist

18/10/2017 – Selfpublishing-Tipps

Zutaten für eine gelungene Platzierung in den Medien:

Einige griffige Einstiegssätze, die in einer Mail oder im Telefonat das Alleinstellungsmerkmal des Titels vorstellen – die Bereitschaft, sich in die Rolle eines Journalisten hineinzudenken – eine Melange aus Begeisterung und Argumenten, die einen als Experten für das Thema positionieren – der Pressetext, den tao.de Ihnen zur Verfügung stellt - mehrere hochaufgelöste Portraitaufnahmen und eine Coverabbildung (300 dpi)

 

Frage: Mein Titel ist erschienen. Nun möchte ich, dass der Titel in Medien besprochen wird. Wie gehe ich am besten vor?

Antwort: Die meisten Journalisten sehen sich Tag für Tag einer Informationsflut ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich vor der Kontaktaufnahme genau überlegen, weshalb Ihr Titel für den Journalisten interessant ist. Versetzen Sie sich in seine Lage und fragen Sie sich: Welchen Mehrwert bietet der Titel meinem Publikum? Gibt es eine Brücke zu einem Oberthema, das in den Medien grad einen hohen Stellenwert hat? Oder lässt sich der Titel so aufbereiten, dass meinem Publikum daraus ein Servicenutzen erwächst?

 

Es geht also darum, dass ich mir vor der Kontaktaufnahme bereits Gedanken mache, wie der Journalist meinen Titel verwerten kann?

Genau. Hilfreich kann es sein, wenn Sie sich von dem Gedanken frei machen, dem Journalisten Ihren Titel in seiner Gesamtheit vorstellen zu müssen, geschweige denn zu können. In einem Telefonat oder einer Mail sollten Sie in der Lage sein, sehr komprimiert, also in wenigen Sätzen, auf den Punkt zu bringen, warum Ihre Herangehensweise an das Thema gewissermaßen einzigartig ist. Überlegen Sie sich, welche Signalwörter den Journalisten aufhorchen lassen. Sie dürfen sehr wohl einen schmackhaften Köder auswerfen, um die Aufmerksamkeit zu wecken! Überlegen Sie sich, welche Information, welcher Gedanke Ihrem Gesprächspartner unmissverständlich zeigt, dass er es mit einem Experten zu tun hat und dass er sich, wenn er Ihnen Gehör schenkt, keine Sorgen machen braucht, wertvolle Zeit für das Aussieben von PR zu verschwenden. Sie können die Beziehung so definieren, dass der Journalist Sie als interessanten Gesprächspartner wahrnimmt. Jemanden, von dem er sich Inspiration und neue Perspektiven erhofft.

 

Wie kann ich dazu beitragen, dass der Journalist mir diese Wertschätzung entgegenbringt?

Wie in anderen Beziehungen geht es grundsätzlich darum, Rapport herzustellen, indem Sie den Journalisten in seiner Bedürfnislage „abholen“. Wenn Sie ihn telefonisch kontaktieren, können Sie sich einen Moment Zeit nehmen, um wahrzunehmen, in welcher Stimmung Sie Ihr Gegenüber erwischen. Eine empathische Bemerkung kann genügen, um auf der Beziehungsebene anzudocken, wodurch das weitere Gespräch vermutlich einen viel freundlicheren Verlauf nimmt. Sie können Ihren Titel kurz vorstellen - gleichzeitig sollte der Journalist in der Lage sein zu erkennen, dass Sie mit dem thematischen Umfeld vertraut sind und sachlich ausführen können, wie sich Ihr Titel in einen Kontext einbettet. Genau das ist schließlich seine Aufgabe: Die LeserInnen bezahlen den Journalisten dafür, dass er nicht bloße PR abdruckt, sondern Themen kritisch hinterfragt, in einen Gesamtzusammenhang einordnet, kommentiert. Wenn Sie in der Kontaktaufnahme deutlich machen, dass Sie diese (gesellschaftlich unglaublich wichtige!) Aufgabe respektieren, findet ein Austausch auf Augenhöhe statt. Der Journalist weiß zwar, dass Sie sich als Agent in eigener Sache bei ihm melden, aber er fühlt sich gesehen – und er weiß sicher zu schätzen, dass Sie sich in seine Rolle hineinversetzt haben.

 

Heißt das, ich soll im Kontakt mit dem Journalisten meine Begeisterung für mein Thema zügeln?

Nein, die Begeisterung hat sie an den Punkt gebracht, Ihr Manuskript veröffentlicht zu haben. Sie kann Ihnen auch im Kontakt mit Journalisten Türen öffnen! Es geht darum, keine allzu werbliche Sprache zu nutzen, denn dann kann es passieren, dass der Journalist Sie in die Schublade „Werbung“ steckt. Sie haben die Beziehung damit grundsätzlich anders definiert. Nun sind Sie es, der etwas vom Journalisten möchte. Was folgt, ist dann in der Regel eher ein zähes Ringen. Der Journalist wird versuchen, Sie an die Anzeigenabteilung zu verweisen, weil er sich als Journalist, der mit Inhaltlichem befasst ist, nicht gesehen fühlt.

 

Wie finde ich Journalisten, denen an meinem Thema gelegen ist?

Vermutlich lesen Sie bereits Magazine, die für Ihr Themengebiet relevant sind. Dort finden Sie jeweils ein Impressum mit Kontaktdaten. Wenn Sie das Medium gut kennen, kann das sehr hilfreich sein: Sie können Bezug nehmen auf vorangegangene Berichterstattung und begründen, warum Ihr Beitrag ein Thema auf interessante Weise „weiterdreht“. Außerdem haben Sie bereits ein gutes Bild von der Zielgruppe, an die sich das Medium richtet: So können Sie im Gespräch darauf eingehen, warum Ihr Thema für die Zielgruppe von Belang ist. Professionelle Öffentlichkeitsarbeiter greifen oft auf Kroll’s Presse-Taschenbücher zurück, um mit den darin enthaltenen Journalistenkontakten einen Verteiler aufzubauen. So lässt sich die Pressemitteilung mit einer Serienmail dem Gießkannenprinzip folgend an etliche Journalisten senden. Das ist gut, die Erfahrung hat aber gezeigt, dass eine persönliche Ansprache in der Regel wirksamer ist. Wenn Sie dann noch über eine Homepage verfügen, kann der Journalist sich über Ihre Arbeit informieren. Das hilft ihm abzuwägen, ob Sie als Interviewpartner in Frage kommen. Ansonsten hilft eine Suche mit einer Suchmaschine oder auf Social Network-Seiten wie xing. Dort stoßen Sie mit der Suchfunktion sehr gezielt auf Journalisten, die sich für Ihr Thema interessieren – darunter auch viel Freie, die in der Regel stets dankbar für eine fundierte Themenanregung sind! Die Pressemitteilung, die Ihnen tao.de zur Verfügung stellt, wird Ihnen gute Dienste erweisen, wenn Ihr Gesprächspartner Feuer gefangen hat und mehr wissen möchte über Ihren Titel. Dann sollten Sie für den Journalisten auch eine ansprechende Portraitaufnahme und eine Abbildung des Covers bereithalten, beides idealerweise in der Auflösung 300 dpi.

 

Andreas Klatt hat von 2010 bis 2012 die Presseabteilung der J. Kamphausen Mediengruppe geleitet und in dieser Zeit viele Erfahrungen mit der Ansprache von Journalisten gesammelt. Inzwischen hat er sich mit dem Textbüro Text ins Glück (www.text-ins-glueck.de) selbständig gemacht. Sie können ihn über das Literaturnetzwerk auf tao.de unter http://www.tao.de/publish/literatur-netzwerk kontaktieren.