Unter Pseudonym schreiben? Wann ist es ratsam, was gibt es zu beachten?

10/05/2017 – Schreibtipps

Haben Sie kein gutes Gefühl dabei, Ihr Buch unter Ihrem echten Namen zu veröffentlichen? Dann kann ein Pseudonym die Lösung sein. Doch Achtung! Bevor man sich für eine fiktive Identität entscheidet, gibt es einige Punkte zu bedenken!

 

Was ist ein Pseudonym?

Ein Pseudonym ist ein fiktiver Name, der verwendet wird, um die wahre Identität zu verbergen. Es gibt AutorInnen, die ihr Leben lang unter ihrem Pseudonym veröffentlichen, andere haben sogar mehrere Identitäten, die je nach Thema oder Lebensabschnitt variieren. Hinter einem Pseudonym kann sich auch ein ganzes Autorenkollektiv verbergen, das ein Buch gemeinschaftlich verfasst hat, aber nicht will, dass das bekannt wird.

 

Wann kann es sinnvoll sein, unter Pseudonym zu schreiben?

Arbeiten Sie in einem Bereich, in dem es nicht gut wäre, wenn bekannt würde, dass sie zu bestimmten Themen Bücher schreiben? – Dann kann ein gut gewähltes Pseudonym eine Erleichterung sein! Das bedeutet nicht, dass Sie nicht zu Ihren Büchern stehen. Manchmal ist die eigene Lebenssituation nur einfach nicht kompatibel mit dem Schriftsteller-Dasein.

Schreiben Sie über ein sehr persönliches oder heikles Thema? Etwa eine biografische Erzählung oder einen erotischen Roman? Auch hier kann Anonymität hilfreich sein. So können Sie verhindern, dass Sie bei Ihren Nachbarn zum „Kaffeeklatsch-Thema“ werden.

Manch einer möchte mit einem Pseudonym auch einfach Privates und Berufliches voneinander trennen.

 

Wann wird es schwierig?

Wenn Sie nicht unter Ihrem echten Namen veröffentlichen, dann kann sich die Vermarktung Ihres Buches schwieriger gestalten. Ein Buch verkauft sich immer auch über die Persönlichkeit des Autors/der Autorin. Bei einem Pseudonym fällt es den LeserInnen schwer, die Person hinter dem Künstlernamen zu erkennen. Eine fingierte Persönlichkeit wirkt nie so authentisch, wie ein echter Mensch.

Auch können Sie nicht so einfach mit Ihren LeserInnen in Kontakt treten. Hier müssen Sie sich überlegen, ob Sie nur Ihren Namen nicht preisgeben wollen, in Fotos und persönlich, zum Beispiel auf Lesungen oder Messen, aber in Erscheinung treten können und wollen, oder ob auch das für Sie nicht in Frage kommt.

Bedenken Sie auch, dass jedes Buch unter neuem Pseudonym ein Erstling ist. Wenn Sie unter Ihrem Künstlernamen veröffentlichen, dann bleiben Sie wenn möglich bei einer einzigen fiktiven Persönlichkeit.

 

Wie finden Sie ein gutes Pseudonym?

Zunächst gilt zu beachten, dass Pseudonyme dank des deutschen Namenrechts rechtlich geschützt werden können. Stellen Sie also sicher, dass Ihr Wunsch-Pseudonym nicht bereits vergeben ist und lassen Sie Ihren Künstlernamen schützen, wenn Sie Dopplungen vermeiden wollen. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie beim Deutschem Patent- und Markenamt.

 

Unsere 3 Tipps zur Namensfindung:

  1. Wählen Sie ein Pseudonym, mit dem Sie sich identifizieren können. Ihr Künstlername kann zum Beispiel Ihrem realen Namen ähneln. Sie können sich auch innerhalb Ihrer Familie umschauen und einen Namen wählen, der aufgrund von Heirat abgelegt wurde und so nicht mehr vorkommt. Auch ein Spitzname kann eine gute Inspiration sein. Wenn Sie so nicht weiterkommen, dann würfeln Sie doch mal die Buchstaben Ihres realen Namens durcheinander und erschaffen Sie so einen komplett neuen und doch persönlichen Namen.
  2. Wichtig ist, dass das Pseudonym einfach auszusprechen und zu schreiben ist. So können sich die LeserInnen den Namen viel leichter merken (und weiterempfehlen!).
  3. Der Künstlername sollte zu Ihrem Genre passen. Schauen Sie sich die Namen der Autoren an, die über ein ähnliches Thema wie Sie schreiben und finden Sie heraus, welche von Ihnen erfolgreich sind. In manchen Bereichen sind beispielsweise englisch klingende Namen sehr beliebt.

 

Egal, unter welchem Namen Sie letztlich veröffentlichen, wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Buch!

 

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