Ermutigung zum Schreiben

27/03/2018 – Schreibtipps

 

Im Schreibfluss sein

Jeder, der schreibt, kennt sie: Schreibblockaden. Unsicherheit. Selbstzweifel. In "Die 7 Geheimnisse erfolgreicher Schriftsteller" beschreibt Thomas Hohensee, wie (angehende) Autoren es schaffen können, ohne Schreibblockaden zu arbeiten. Produktives Schreiben und Veröffentlichen stehen bei ihm im Fokus. Kritik, Motivation und Selbstvertrauen sind dabei drei Schlüsselbegriffe, die das erfolgreiche Arbeiten am eigenen Buch mitbestimmen. Der Bestseller-Autor Thomas Hohensee gibt Einblick in seine eigene Schreibwerkstatt und verrät seine 7 Schreibgeheimnisse, die jedem (angehenden) Autor die Textproduktion erleichtern. Darüber hinaus erfahren wir von acht weiteren Autoren, wie sie ihre Ideen und komplexen Gedankengänge zu Papier bringen. 

 

Leseprobe:

 

Werden Sie eine erfolgreiche SchriftstellerIn

Was heißt erfolgreich schreiben?

 

Kennen Sie das? Die Angst vor dem leeren, weißen Blatt? Sie sitzen am Computer und wollen beginnen. Aber leider fließen die Worte nicht. Oder noch schlimmer: Sie haben es noch nicht einmal bis zum Schreibtisch geschafft, sondern schon vorher aufgegeben. Dabei tragen Sie seit Wochen, Monaten oder Jahren diese grandiose Buchidee mit sich herum. Sie könnten den nächsten Bestseller-Krimi schreiben oder den neuen „Harry Potter“ erfinden, wenn... ja, wenn Sie sich denn aufraffen könnten, endlich anzufangen.

Vielleicht würden Sie Ihren Mitmenschen gerne erklären, wie die Welt gerettet und Kriege für immer abgeschafft werden könnten. Oder Sie kennen das perfekte System, die Wohnung, den Kleiderschrank, den Computer, mehr noch: das ganze Leben aufzuräumen und nie wieder im Chaos eines desorganisierten Haushalts zu versinken.

Aber leider hat bisher niemand davon erfahren; denn zwischen Ihnen und Ihren LeserInnen stehen jede Menge innere und äußere Probleme, die Sie daran hindern, Ihre wunderbaren Erkenntnisse mitzuteilen. Keiner kann ihren ungeschriebenen Roman lesen. Die Welt wird nicht gerettet und die Messis müssen weiter auf eine Lösung warten.

Was tun? Der Weg bis zum veröffentlichten Buch ist lang und dornenreich. Kein Wunder, dass die meisten es beim Träumen belassen.

Was machen erfolgreiche, produktive SchriftstellerInnen anders? Georges Simenon beispielsweise hat nicht nur 260 Romane, darunter 75 Maigret-Krimis, geschrieben, sondern auch noch über tausend Erzählungen und Geschichten, teilweise unter anderen Namen. Agatha Christie kommt auf 85 Romane, zahlreiche Kurzgeschichten und Hörspiele sowie 17 Theaterstücke. Balzac hat sein Lebenswerk „Die menschliche Komödie“, das er auf 137 Romane und Erzählungen angelegt hatte, zwar nicht vollendet, aber immerhin 91 davon hinterlassen. Tolstoi wiederum hat es auf nur drei Romane gebracht. Sein „Krieg und Frieden“ umfasst jedoch allein schon beachtliche 1600 Seiten. Dazu kommen Dutzende Erzählungen, Dramen, philosophische, religiöse und politische Texte. Der Begründer der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie, Albert Ellis, hat in seinen 91 Lebensjahren einige Hundert Schriften verfasst. Seine Methode bietet übrigens einen wichtigen Schlüssel zur Überwindung von Schreibblockaden. Davon wird in diesem Buch noch die Rede sein.

Viele AutorInnen sind also sehr produktiv, und das aus gutem Grund. Sie können nur erfolgreich sein, wenn sie schreiben. Erst das Buch setzt das Gewinnrad in Bewegung. Alles andere schließt sich daran an: die Lesereise, die Buchverkäufe und womöglich sogar die Bestsellerliste.

Indem Sie sich an den Computer setzen und Ihr Manuskript beginnen, haben Sie allen, die nur vom Schreiben träumen, etwas Entscheidendes voraus. Und wenn Sie es fertigstellen, sind Sie wieder einen Schritt weiter; denn angefangene, aber unvollendete Manuskripte gibt es viele. Dann folgt das Veröffentlichen, sei es in einem Verlag oder im Self-Publishing als Print-on-demand und/oder als E-Book.

 

Lassen Sie Ihre Werke nicht in der Schublade verstauben. Sebastian Haffner hatte seinen größten Bucherfolg erst nach seinem Tod. Seine Erben fanden in einem Winkel seines Schreibtischs die „Geschichte eines Deutschen“, seine Erinnerungen an die Jahre 1914 bis 1933. Wäre es nicht schöner gewesen, wenn er das noch erlebt hätte?

 

Es sind aber nicht unbedingt die Verkaufszahlen, die darüber entscheiden, ob eine SchriftstellerIn als erfolgreich anzusehen ist. Ich kenne viele Bücher, die nie zu Bestsellern wurden, die ich aber sehr, sehr schätze. In meinen Augen haben diese AutorInnen das Größte erreicht, was in dem Beruf überhaupt möglich ist: Sie haben einen dankbaren Leser (und sicher mehr als einen!) gefunden. Leider wissen sie oft gar nichts davon. Ihre Bücher ähneln einer Flaschenpost, die an einen Unbekannten adressiert ist. Der Absender weiß nicht, ob und wann die Nachricht ankommen wird.

Haben Sie beim Schreiben und Veröffentlichen immer diese eine Person vor Augen, die eines Tages Ihr Buch finden wird. Bestseller sind wirklich nicht alles. Da sie aber im Bewusstsein der AutorInnen, VerlegerInnen, BuchhändlerInnen und LeserInnen oft so präsent sind, wollen wir uns noch einen Augenblick mit dem Thema beschäftigen, bevor wir es abhaken.

(S. 13-15)

 

 

So verfasst man einen Bestseller

 

Ein gut gehütetes Geheimnis möchte ich Ihnen vorab verraten:

Niemand weiß, wie man einen Bestseller schreibt.

 

Die AutorInnen wissen es nicht, die Verlage nicht, die BuchhändlerInnen nicht, die Medien nicht. Joanne K. Rowling dachte nicht im Traum daran, dass ihr „Harry Potter“ sich so sensationell verkaufen würde. Natürlich hoffen die meisten SchriftstellerInnen auf viele LeserInnen und sie tun ihr Bestes, ein tolles Manuskript zu verfassen, aber die Gewissheit des künftigen Erfolgs hat keiner. Wer es trotzdem behauptet, strickt an Legenden.

Bleiben wir bei Joanne K. Rowling. Hat sie nicht bewiesen, dass sie die Bestsellerformel kennt? Nein, denn seit „Harry Potter“ ist ihr bisher kein annähernd vergleichbarer Verkaufserfolg gelungen.

Und die Verlage? Nun, diese kann man mit Systemspielern im Lotto vergleichen. Es ist ein bisschen leichter, einen Treffer zu landen, wenn man ganz viele Tipps abgibt. Aber sagen Sie einem Verleger mal, dass er nur ein einziges Buch im Jahr herausbringen solle, nämlich den Bestseller. Er wüsste nicht, für welches Buch er sich entscheiden sollte. Stattdessen schießt er mit der Schrotflinte. Ein paar Kugeln finden dann ihr Ziel, jedenfalls ab und zu.

Wenn eine Prominente ihre Lebenserinnerungen schreibt, ist schon eher mit vielen Buchverkäufen zu rechnen. Aber nicht einmal das funktioniert in jedem Fall. Manche Memoiren liegen wie Blei im Regal des Buchhändlers.

Ein Verkaufserfolg ist wahrscheinlicher, wenn ein Buch den LeserInnen Antworten auf brennende Fragen gibt: Wer hat John F. Kennedy ermordet? Sofern ein Autor dazu neue Erkenntnisse hat, kann er oder sie damit zumindest in den USA nach wie vor auf den Bestsellerlisten landen. Aktuelle Themen in Deutschland sind beispielsweise die Finanzkrise, das Verhältnis zum Islam, aber auch wie man endlich seine überflüssigen Pfunde loswird. Damit haben mehrere AutorInnen eine Menge Geld verdient.

Auch die BuchhändlerInnen wissen nicht, wie man einen Bestseller erkennt. Jede Saison stehen sie aufs Neue vor der Frage, welche Bücher sie einkaufen und den KundInnen präsentieren sollen. Die meisten Bücher, die die Verlage drucken, schaffen es überhaupt nicht bis in die Läden. Sie sind für die potenziellen LeserInnen faktisch nicht existent, es sei denn diese informieren sich auf den Webseiten der Verlage oder bei den Internetbuchhändlern. Ob ein Buch, das der Buchhandel ignoriert hat, ein Bestseller geworden wäre? Wir werden es nie erfahren.

Die Medien sichten ebenfalls regelmäßig, welche neuen Bücher auf den Markt kommen. Ihnen geht es jedoch selten darum, einen Titel zu einem Verkaufserfolg zu machen. Vielmehr handeln sie aus purem Eigeninteresse. Sie möchten ihre Zeitschriften bzw. Sendungen verkaufen. Sie suchen selbst KundInnen. Anders als Verlage haben sie jedoch täglich, wöchentlich und monatlich die Chance, die richtigen Themen zu finden. Bücher sind dabei für sie nur ein Mittel zum Zweck.

 

Übrigens weiß auch keiner genau, was unter einem Bestseller zu verstehen ist. Es gibt keine allgemeingültige Definition. Zwar meint das Wort die Bücher, die sich am besten verkaufen. Aber welche sind das? Manche Bücher verkaufen sich ein paar Wochen lang am besten, fallen dann aber zurück. Andere entfalten sich erst im Laufe von Jahrhunderten zu wahren Rennern, wie beispielsweise die Bücher von Goethe und Shakespeare, deren Verkäufe zu ihren Lebzeiten durchaus überschaubar waren. Wo also fängt der Bestseller an, wo hört er auf?

Irgendwo habe ich gelesen, dass sich ein Buch in den USA im Durchschnitt 200 Mal verkauft. Das macht die Werke, die öfter über den Ladentisch gehen, noch nicht zu Bestsellern, aber die Zahl schafft einen gewissen Sinn für Realität. Die meisten Bücher verkaufen sich nur in geringen Stückzahlen. Das ist der Alltag fast aller SchriftstellerInnen. Selbst die BestsellerautorInnen haben in der Regel ein paar Ladenhüter im Angebot. Darüber wird nur selten gesprochen.

 

Deshalb ist das Einzige, was sich über die Produktion von Bestsellern mit Gewissheit sagen lässt, dies: Es wird immer welche geben. Aus der Vielzahl der Neuerscheinungen werden ein paar herausragen. Das liegt in der Natur der Sache. Einige Bücher verkaufen sich besser als andere. Aber welche?

...

(S. 15-18)

 

 

Interview mit Liane Dirks:

„Sie war plötzlich da, diese große Sehnsucht, schreiben zu wollen“

 

Liane Dirks ist seit 1986 freie Schriftstellerin, sie hat bisher 6 Romane, 1 Sachbuch und 21 Herausgaben veröffentlicht. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien: „Sich ins Leben schreiben. Der Weg zur Selbstentfaltung.“ Kösel Verlag, 2015, eine Zusammenfassung ihrer jahrelangen Seminarerfahrung und ein Kompass für alle, die sich schreibend entfalten wollen.

Seminare und Bücher finden sich unter www.liane-dirks.de

 

1. Wann haben Sie angefangen, Bücher zu schreiben? Was gab Ihnen die Überzeugung: „Das kann ich!“?

Mit Mitte zwanzig hatte ich einen großen Umbruch im Leben: Sie war plötzlich da, diese große Sehnsucht, schreiben zu wollen. Ich warf alles hin, meine junge Ehe, den gerade abgeschlossenen Beruf, den Bausparvertrag, jede Aussicht auf Sicherheit, packte die Koffer, ging nach Paris und dachte, hier werde ich Autorin.

Aber Schriftstellerin wird man nicht, weil man denkt, ich kann das, man wird Autorin, weil man so sehr spürt, dass man es gerne können möchte, dass man vor dieser Sehnsucht nicht mehr davon laufen kann. Und dann beginnt das Üben und das Lernen und die Erfahrung, dass das Objekt des Begehrens sich immer wieder entzieht, und wie lustvoll es ist, ihm immer wieder nachzugehen. Kunst kommt nicht von Können, Kunst kommt von unbedingt Können wollen. Es ist eine nie endende Reise, auf die man sich dabei begibt.

 

2. Wie kommen Sie auf Ihre Buchideen?

Es sind Begegnungen, Erfahrungen, die mich umtreiben, oft, ich gebe es zu, sind es Themen, die mich aufregen, die nicht mehr von meiner Seite weichen und dann kommen die Ideen dazu, das kreative Feld stellt sich langsam her und alles wird mir zum Futter dessen, was da durch mich in die Welt will. Ich glaube fest daran, dass wir alle Geschichten sind und haben, die nur durch uns in die Welt kommen wollen und die geteilt, mit-geteilt werden wollen. Wir sind zwar alle miteinander verbunden, aber wir sind zugleich auch alle einzigartig und wenn ich das spüre, dass es durch mich hindurchfließen will, was sich da zeigen will, dann weiß ich, dass ich einen neuen Stoff habe.

 

3. Wie motivieren Sie sich, ein Buch zu beginnen und so lange weiterzuschreiben, bis es fertig ist?

Ich habe gelernt zu warten, die Ungeduld auszuhalten, es in mir wachsen zu lassen und dann dem Projekt auch wirklich, real Zeit einzuräumen, anfangs muss man Buchideen sehr schützen, man darf auch nicht zu viel darüber reden, das ist wie bei einer Schwangerschaft, anfangs sollte man noch nicht alles herausposaunen.

 

4. Wie haben Sie gelernt, ein Buch zu schreiben? In welchen Schritten entsteht aus Ihrer Buchidee ein Manuskript?

Als erstes habe ich – leider nicht gleich – gelernt, dem inneren Kritiker zunächst ein Pflaster auf den Mund zu kleben. Es kommt darauf an, der Idee erstmal Atemraum zu geben, ihr eine Chance zu geben, sodass sie überhaupt wachsen darf. Also erst schreiben, später korrigieren und kritisieren. Ich setze sehr früh das Ende, ich stelle mir vor, wo das alles hinläuft, und halte es dennoch offen, ob es wirklich so kommt. So entsteht der Bogen sehr früh und der erzählte Raum beginnt zu erscheinen. Ich halte nicht so viel von all den Regeln, dem Plotten und dem frühen Einteilen, ich habe eine Ausbildung als Drehbuchautorin absolviert, im Film mag das alles nützlich sein, aber wirklich gute Literatur entsteht, muss entstehen, aus der Korrespondenz heraus. Man muss mit dem zu Entstehenden in Kontakt treten, es ist wie bei der Liebe, die kann man auch nicht vorher planen. Und dann, danach kommen die Eingriffe im Manuskript, der Schliff und ich schleife sehr lang.

 

5. Wo schreiben Sie? Wann schreiben Sie? Wie finden Sie die Zeit zum Schreiben?

Ich kann überall schreiben, wo Ruhe ist. Ich bin sehr diszipliniert, fast im Mann‘schen Sinne. Ich gehe – wie andere ins Büro – an den Schreibtisch. Schreiben erfordert auch Disziplin, es ist auch Handwerk. Ich schreibe am Vormittag und nochmals am späten Abend, das wird dann oft sehr spät. Ich schreibe gern nachts, wenn die Erde ausatmet.

Zeit zum Schreiben finde ich nicht, ich nehme sie mir. In meinen Seminaren sage ich immer, das ist die heilige Schreibzeit, man setzt sie und hält sie ein, und niemand –außer der Weltuntergang – darf an die Tür klopfen.

 

6. Was hält Sie vom Schreiben ab? Wie überwinden Sie solche Widerstände?

Was ist es nur, dass wir uns von dem, was uns am glücklichsten macht, so gern ablenken lassen? Mich kann alles ablenken, aber ich setze meine Verabredungen mit mir und dem Stoff dagegen.

 

7. Was macht Ihnen beim Schreiben am meisten Spaß?

Schreiben, ich meine hier das literarische Schreiben, heißt: mit Worten gestalten, was man nicht mit Worten sagen kann. Man nennt das dann Poesie. Wenn mir solch ein Satz gelingt, wenn ich weiß, das ist es jetzt, besser geht es nicht, dann ist das das größte Glück für mich, besser als jeder Orgasmus.

...

(S. 34-37)

 

Die 7 Geheimnisse erfolgreicher SchriftstellerInnen im Überblick

 

Viele möchten ein Buch schreiben. Wenige tun es. Damit sich das ändert, habe ich dieses Buch geschrieben. Sieben Strategien brauchen Sie, um als SchriftstellerIn produktiv und erfolgreich zu sein. Schwitzen gehört nicht dazu, auch wenn es heißt, dass die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt hätten. Ich schwitze im Moment höchstens ein bisschen, weil Hochsommer ist und die Temperatur bei ungefähr 30°C liegt, nicht weil mich der Text überfordert.

Aber hat nicht auch der amerikanische Erfinder Edison behauptet, Genie sei ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration? Also doch Schwitzen? Mag sein, dass seine Aussage zutrifft, wenn man eine funktionstüchtige Glühbirne herstellen will. Was den Schreibprozess angeht, würde ich das Zitat Edisons lieber umdrehen: Schreiben ist 99 Prozent Inspiration und ein Prozent Transpiration. Wer beim Schreiben schwitzt, macht etwas falsch oder sollte sich eine Klimaanlage kaufen.

 

Ist es also ganz einfach, ein Buch zu schreiben? Das nun auch wieder nicht. Sonst würden es mehr Menschen tun. Davon zu träumen, reicht in keinem Fall aus. Mit einem Traum, einer Inspiration, einer Idee oder einem Einfall - wie immer Sie das nennen wollen -, fängt es zwar an. Aber wie geht es dann weiter?

 

In diesem Buch bekommen Sie Antworten auf diese und weitere Fragen:

 

Wie wird aus der ersten Idee ein fertiges Manuskript?

Wie organisiert man seine Gedanken so, dass ein verständlicher Text dabei herauskommt?

Wo kommen die Ideen her?

Liegt das Schreiben in den Genen oder ist es Übungssache?

Benötigt man einen Plan oder lässt man die Worte spontan fließen?

Sollte man warten, bis einen die Muse küsst? Und noch wichtiger: Was macht man, wenn sie es getan hat?

Darf man im Café schreiben? Muss man es sogar? Oder zieht man sich am besten mit einer Kiste Proviant in eine einsame Klause zurück?

 

Diese Fragen beziehen sich auf das Handwerk des Schreibens. Sie finden die entsprechenden Informationen in den Kapiteln 4 bis 6. Zuvor gilt es, sich mit der Psychologie des Schreibens zu beschäftigen:

 

Wie schafft man es, sich immer wieder zum Schreiben zu motivieren, auch dann, wenn man eigentlich überhaupt keine Lust hat?

Wie bringt man das Selbstvertrauen auf, anderen seine Geschichten zu erzählen oder die LeserInnen über Gott und die Welt zu belehren?

Wie geht man mit Kritik an seinen Büchern um?

Und vor allem: Wie bringt man den inneren Kritiker zum Schweigen?

Mit welchen psychischen Barrieren muss man noch rechnen?

Wie entstehen Schreibblockaden? Wie löst man sie auf und wie kann man ihr Auftreten am besten verhindern?

Und selbst wenn das erste eigene Werk in den Buchläden steht, sich sogar prima verkauft, bleiben die Zweifel:

Werde ich es jemals schaffen, etwas ähnlich Gutes zu schreiben?

 

Um diese Fragen geht es in den Kapiteln 1 bis 3.

 

Wenn man ständig mit seiner Motivation, seinem Selbstvertrauen und dann auch noch mit den Zweiflern und Miesmacherinnen in seiner Umgebung kämpfen muss, wird das Schreiben anstrengend oder gar quälend. Solche Kämpfe wirken sich sehr negativ auf den Produktionsprozess aus. Er kommt ins Stocken und im schlimmsten Fall zum Erliegen. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Sich Bücher auszudenken und sie zu schreiben, kann unglaublich viel Spaß machen.

Damit das Schreiben keine kräftezehrende Plackerei wird, sollte man es lieber in ein Spiel verwandeln. Das geschieht in sieben leicht erlernbaren Schritten. Als Kinder haben wir alle mit Begeisterung gespielt, Ihnen sind die Grundlagen also vertraut. Sie brauchen sich diese nur wieder bewusst zu machen und auf den Schreibprozess anzuwenden.

 

Wie das Schreiben zu einem wahren Vergnügen wird, erfahren Sie im 7. und letzten Kapitel.

 

Wie Sie vielleicht bereits bemerkt haben, kreist in diesem Buch fast alles um die magische Zahl sieben: die sieben Geheimnisse erfolgreicher SchriftstellerInnen (plus ein Bonus-Geheimnis), Schreiben: ein Spiel in sieben Zügen, sieben Interviews, bestehend aus sieben Fragen, mit sieben AutorInnen (plus einem Bonus-Interview), von denen die meisten bereits mehr als sieben Bücher geschrieben haben.

Trotzdem ist dies kein esoterisches Buch. Sie müssen keine Runen werfen, brauchen nicht im Kaffeesatz zu lesen und Ihr Tarotset können Sie in der Schublade lassen. Nur in Vollmondnächten zu schreiben, ist definitiv kein Erfolgsrezept produktiver und erfolgreicher AutorInnen.

Ein wenig Magie ist jedoch durchaus mit im Spiel, jedenfalls dann, wenn man das Universum mitsamt unserer irdischen Existenz als Wunder und das Schreiben als Spaß betrachtet. Ist nicht das ganze Leben voller Mysterien? Dinge manifestieren zu können, sei es eine Gemüsesuppe, eine Sockenpuppe oder einen sprechenden Computer, ist doch faszinierend. Was haben Menschen nicht schon alles erschaffen? Nicht immer zu ihrem Vorteil. Aber Bücher gehören mit Sicherheit zu den besseren Dingen, die wir hervorgebracht haben.

...

(S. 39-42)

 

Wie es weitergeht

 

Manche meinen, ohne LeserInnen sei man kein Schriftsteller. Das sehe ich anders. Im Grunde war ich mein ganzes Leben Schriftsteller. Ich brauche kein Buch und keine Leser, um mich zu bestätigen. Wenn ich ein neues Werk im Kopf habe, spätestens wenn es auf vielen kleinen handgeschriebenen Zetteln steht, ist das Buch für mich fertig. Ich müsste es nicht unbedingt ausformulieren und veröffentlichen. Der Hauptteil der kreativen Arbeit ist getan.

Trotzdem möchte ich meine LeserInnen erreichen. Aber das ist etwas anderes. Dazu ist die Beherrschung des schriftstellerischen Handwerks erforderlich und vor allem die Fähigkeit, für das Buch zu werben und es zu verkaufen. Sonst wüsste niemand außer mir, dass ich ein Schriftsteller bin und mir ein neues Buch ausgedacht habe.

Ein Schriftsteller, der LeserInnen für seine Werke finden möchte, muss notwendigerweise auch noch ein guter Verkäufer werden. Aber das brauchen Sie erst zu lernen, wenn Sie zumindest eine Buchidee und einen fertigen Plan für Ihr Manuskript haben. Man soll ja den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen. Ein paar Dinge darüber, wie Sie Ihr Buch am besten verkaufen, will ich Ihnen aber jetzt schon verraten.

(S. 171)

 

Den richtigen Verlag für das Buch finden

 

Im Idealfall kennen Sie Ihren Traumverlag bereits. Wenn Sie, wie die meisten SchriftstellerInnen, zugleich eine begeisterte VielleserIn sind, stehen in Ihrem Regal eine Menge Bücher. Irgendwann ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass Sie besonders gerne die AutorInnen des Die-besten-Bücher-der-Welt-Verlags lesen. Daher beschließen Sie, Ihr Manuskript zuerst dort anzubieten.

So war es jedenfalls bei mir. Und - Wunder, oh, Wunder - es hat geklappt. Die Liebe beruhte auf Gegenseitigkeit. Die Programmleiterin ließ sich zwar viel Zeit, so ungefähr ein halbes Jahr, aber dann meldete sie sich bei mir und sagte, dass sie mein Buch gerne veröffentlichen würde. (Das war Frau Olzog, damals beim Kösel-Verlag, der ich an dieser Stelle natürlich auch ein großes Dankeschön sagen möchte!)

Für den Fall, dass dieser Idealfall nicht eintritt, sollten Sie einen Plan B in der Tasche haben. Den entwickeln Sie so: Sie gehen in eine Buchhandlung und überlegen, wo Ihr Buch stehen würde. Am richtigen Platz angekommen, zücken Sie Ihr Notizbuch und notieren alle Namen der Verlage, deren Bücher in diesem Regal präsentiert sind.

Zusätzlich können Sie im Internet geeignete Verlage suchen, indem Sie die passenden Begriffe in die Suchmaschine eingeben. Bei der Gelegenheit sehen Sie sich gleich die Website des jeweiligen Buchverlags an. Studieren Sie dessen Programm und seine Vorschauen auf die kommenden Neuerscheinungen, um herauszufinden, ob Ihr Buch bei dieser Adresse gut aufgehoben wäre.

Früher oder später werden Sie wahrscheinlich auch mal einen Blick in den „Uschtrin“ werfen. Die Verlegerin Sandra Uschtrin hat ein „Handbuch für Autoren und Autorinnen“ zusammengestellt mit „Informationen und Adressen aus dem deutschen Literaturbetrieb und der Medienbranche“. Als Wegweiser durch den Dschungel der Bücherbranche ist diese Informationsquelle sehr hilfreich.

Ein Gespräch mit der BuchhändlerIn Ihres Vertrauens rundet die Verlagssuche ab. Sprechen Sie mit ihr über ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Verlagen: Wer veröffentlicht was wie erfolgreich? Mit wem arbeitet die Buchhandlung gern zusammen? Wie präsentieren sich die Verlage vor Ort?

Und dann nehmen Sie Ihren ganzen Mut zusammen und schreiben an den ersten Verlag Ihrer Wahl. Dafür brauchen Sie ein Exposé.

Falls Sie sich durch eine Literaturagentur vertreten lassen wollen, setzen Sie sich mit ihr in Verbindung. Aber auch dafür ist in der Regel ein Exposé erforderlich.

...

(S. 172-173)

 

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