Das eigene Manuskript in einem Verlag einreichen – Teil 2

22/11/2017 – Schreibtipps

 

Letzte Woche haben Sie bereits viel über die Hintergründe der Einreichung Ihres Manuskriptes in einen Verlag erfahren. Was für Schritte im Verlag werden hierdurch ausgelöst? Wie stehen die Chancen einen Vertrag zu erhalten? Und was sind die Gründe, weshalb ein Manuskript abgelehnt werden könnte? All diesen Fragen sind wir bereits in unserem letzten Blogbeitrag nachgegangen. Heute wollen wir uns der Frage stellen, wie Sie Ihre Chancen auf einen Autorenvertrag erhöhen können.

 

Eine Agentur beauftragen

Eine Möglichkeit wäre, dass Sie sich eine Agentur suchen, die Ihr Manuskript den Verlagen vorstellt. Dies erhöht die Chancen von einem Verlag angenommen zu werden, da die Agenturen die Verlage genau kennen und wissen, welcher Titel wo ins Programm passen könnte. Doch es gibt zwei Haken:

1) Eine Agentur muss selbstverständlich auch Geld verdienen. Daher erhält sie nach erfolgreicher Vermittlung einen Prozentsatz des Gesamterlöses des Autors/der Autorin.

2) Auch Agenturen suchen sich ihre Schützlinge aus. Daher ist auch hier eine Vorstellung notwendig. Falls Sie Ihr Glück bei einer Literaturagentur versuchen möchten, finden Sie hier eine Liste: https://www.text-manufaktur.de/agenturliste.html

 

Was können Sie gegen die fünf Hauptgründe für eine Manuskriptabsage tun?

Im vorherigen Blogbeitrag haben wir Ihnen die fünf häufigsten Gründe für eine Manuskriptablehnung bereits genannt und diese erläutert. Es wird Zeit, sich anzuschauen, wie Sie hiergegen angehen können und Ihr Manuskript aus diesen Argumentationsketten befreien.

 

Es herrscht Mangel an Programmplätzen.

Hiergegen können Sie nur mit einem besonders überzeugenden Manuskript angehen. Vielleicht ist Ihr Thema gerade jetzt sehr relevant? Bei besonders akuten Themen missachten Verlage hin und wieder die Warteschlange der Programmplätze und ziehen besonders relevante Bücher vor. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Buch dem Verlag gut verkaufen und die richtigen Argumente nennen (hierzu später noch mehr)

 

Das Thema passt nicht in den Verlag.

Recherchieren Sie vorab, welche Titel Ihr Wunschverlag veröffentlicht und beziehen Sie sich auf bereits bestehende Titel aus seinem Programm. Erläutern Sie, warum Ihr Titel perfekt ins Verlagsprogramm passt. Erstens macht es Eindruck, wenn mit der Einsendung klar wird, dass Sie sich mit dem Verlag auseinander gesetzt haben und nicht das gleiche Manuskript wahllos an verschiedene Verlage senden. Zweitens können hier die Argumente wahre Wunder wirken. Sie bieten Vertrieb und Marketing mit dieser Einsortierung bereits einen Anhaltspunkt, wie sie das Buch verkaufen könnten.

 

Das Thema wurde bereits im Verlag behandelt.

Auch hier: recherchieren Sie vorab! Wenn Sie nicht begründen können, weshalb sich die Titel gegenseitig beflügeln und nicht konkurrieren, bieten Sie diesen Titel besser einem anderen Verlag an.

 

Die Zielgruppe ist zu klein.

Erläutern Sie, dass und warum die Zielgruppe nicht zu klein ist. Bieten Sie selbst vielleicht Kurse zum Thema an? Organisieren Sie Sonntagsspaziergänge, bei denen Sie das Buch verkaufen oder mitbewerben könnten? Haben Sie vielleicht bereits eine große Anhängerschaft? Dies alles könnte helfen dem Verlag die Bedenken zu nehmen.

 

Unwirtschaftlichkeit des Buches.

Auch hier hilft es, aufzuzeigen, wie Sie unterstützend tätig werden können. Haben Sie vielleicht viele Follower in den sozialen Netzwerken, kennen Sie jemanden, der professionelle Bilder anliefern könnte oder ähnliches?

 

Wichtig ist, dass Sie bei jedem Punkt Ihren USP (Unique Selling Point – hier gibt es mehr zu dem Thema: https://tao.de/tao-blog/selfpublishing-tipps/usp-hab-ich-das-auch-1017.html) ausarbeiten und darstellen können. Was macht Ihr Buch besonders? Warum ist es besser als manch anderes Buch zu dem Thema?

 

Selfpublishing als Sprungbrett

Um den Kreis zu tao.de zu schließen: Es kann auch eine Strategie sein, sein Buch erst einmal über Selfpublishing oder einen Selbstverlag zu veröffentlichen. Sollten Sie keine positive Resonanz auf Ihr Exposé erhalten, veröffentlichen Sie Ihr Buch erst einmal selbst und zeigen Sie den Verlagen, dass es funktionieren kann. Von tao.de haben es inzwischen einige Bücher entweder in unser oder in ein anderes Verlagsprogramm geschafft, so zum Beispiel im Herbst 2017 „Das Echo und der Bär“ von unserem Autor DiVino. Nehmen Sie die Sache also ruhig selbst in die Hand! Durch die flexiblen Verträge der Selfpublishing-Anbieter ist dies kein Hindernis für eine Übernahme in einen Verlag.

 

Zur guter Letzt die Frage: Exposé oder Manuskript?

Im letzten Beitrag haben Sie bereits das Arbeitsfeld der Manuskriptprüferin / des Manuskriptprüfers kennengelernt und erfahren, dass der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin im Verlag wenig Zeit hat und trotzdem die Essenz und den Mehrwert des Buches schnell erkennen muss. Sie müssen Ihren USP daher so konkret wie möglich darstellen. Dies ist meist einfacher in einem Exposé als in einem umfangreichen Manuskript. Daher würden wir zu ersterem raten – aber senden Sie auf jeden Fall eine Leseprobe Ihres Manuskriptes mit. Wenn Sie wissen möchten, auf welche Punkte abgesehen von den bereits genannten, der Verlag in einem Exposé achtet, finden Sie hier unsere Exposé-Checkliste als PDF-Download: http://j-kamphausen.de/expose.pdf