"Und ewig murmelt das Tier" - Im Interview mit Autorin Alexa Förster

25/10/2017 – Autoren im Focus

Verspielt, frech, tiefsinnig!
Aus ungewöhnlichen Perspektiven durchstreift Alexa Förster Wortwälder und Seelenlandschaften. Neben einer selbstverliebten Ameise, einem heiter-skurrilen Sommerfest und einer lebensbegeisterten Eintagsfliege warten die 12 Geschichten mit Überraschungen und Einsichten auf. Einfühlsam spinnt die Autorin ein zartes und dennoch kraftvolles Netz an Lebendigkeit und Lebensnähe, sodass sich jeder darin wiederfindet.

 

Kurzvita:

Alexa Försters Tätigkeitsschwerpunkt ist die Persönlichkeitsentwicklung. Die Intention all ihres Tuns, sei es als Autorin oder als Therapeutin, ist es, Menschen zu einem höheren Grad der Bewusstheit zu führen. Ihr besonderes Interesse gilt seit vielen Jahren den Verfahren der energetischen Medizin und Methoden, die auf geistige Heilimpulse setzen. Hieraus hat sie ein eigenes ganzheitliches Therapiekonzept entwickelt, das sie in der Praxis für Resonanzmedizin in Bielefeld erfolgreich anwendet. Das Schreiben ist ihre Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit der Lektorin Natalie Nicola motiviert und ermutigt sie Menschen, sich schreibend selbst zu begegnen.

 

Liebe Frau Förster, in Ihrem Buch „Und täglich murmelt das Tier“ gibt es insgesamt 12 Kurzgeschichten. Gibt es etwas, was alle gemeinsam haben?

Ihnen gemeinsam ist, dass ich das Leben aus immer neuen Blickwinkeln betrachte. Jede Geschichte hat so ihren ganz eigenen Charakter, webt aber gleichzeitig ein Netz vielfältiger Einsichten. Beispielsweise nehme ich die Perspektive der selbstverliebten Ameise „Dona Tausendschön“ ein, betrachte die Welt aus den Augen des 11-jährigen Jungen Anders Andersons und erlaube mir sogar die Sichtweise zweier unterschiedlich farbiger Socken zu teilen. Es geht um das Leben in all seinen Facetten. Jeder kann sich ein kleines bisschen in den Geschichten wiederfinden.

 

Haben Sie eine Lieblingsgeschichte oder sind Ihnen alle 12 Kurzgeschichten gleich lieb?

Ungern möchte ich mich auf eine Geschichte festlegen, denn ich mag sie alle gern, doch die Geschichte „Carpe Diem“, in der die Eintagsfliege Willi, die Endlichkeit des Daseins auf ihre ganz eigene Weise beleuchtet, liegt mir sehr am Herzen.  Aber auch die „Wabenwelten“ Geschichte, in der ich als imaginärer Gast einem heiter-skurrilen Sommerfest beiwohne, hat mir beim Schreiben große Freude bereitet.

 

Sie arbeiten in Ihrer Praxis für Resonanzmedizin als Therapeutin, veröffentlichen regelmäßig Bücher und bieten mit der Lektorin Natalie Nicola zusammen Workshops und Treffen für AutorInnen an. Wie bekommen Sie all diese Tätigkeitsfelder unter einen Hut? Haben Sie einen Tipp für andere AutorInnen?

Sobald sich ein kleines Fenster auftut, schreibe ich mit Leidenschaft. Wenn man seinem Herzen folgt, so habe ich festgestellt, dann gestalten sich alle Dinge, die man tut mit Leichtigkeit und so sind die unterschiedlichen Projekte nicht Dinge, die getan werden müssen, sondern Dinge, die ich mit großer Freude vereine. Sowohl die Tätigkeit in meiner Praxis, das Schreiben selbst, als auch die Begleitung anderer in ihren persönlichen Schreibprozessen, sind Herzensanliegen, die sich in der Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten wie von selbst immer weiter entfalten.

Mein Tipp für andere AutorInnen ist es, dem Schreiben Priorität einzuräumen, sich von seinem Vorhaben von nichts und niemanden abbringen zu lassen. Ist das Schreiben ein Herzensprojekt, wird man diesem auch den entsprechenden Raum einräumen.

Mich zeichnet eine große Handlungsbereitschaft und Freude am Tun aus. Mein Motto: Einfach machen! Neugierig ausprobieren und im Tun die Weichen immer wieder neu stellen.

[ Hier erfahren Sie mehr über die Angebote für AutorInnen von Alexa Förster und Natalie Nicole: https://tao.de/blog/schreiben-und-veroeffentlichen/schreib-vielfalt-das-... ]

 

„Und täglich murmelt das Tier“ ist bereits Ihr drittes Buch bei tao.de. Die ersten beiden befassen sich mit Ihrer täglichen, therapeutischen Arbeit. Wie kam es nun zu dem Kurzgeschichtenband?

Die Idee, vom Sachbuch zur Kurzgeschichte zu wechseln, entstand durch die Anregung meiner damaligen Lektorin. Beim Geschichtenschreiben entdeckte ich einen weiteren Zugang, die Themen und Inhalte, die mir wichtig sind, in einen neuen Mantel zu kleiden. Ich stellte beim Schreiben fest, dass es mir sehr leicht fällt in unterschiedliche Welten einzutauchen, Wortwälder und Seelenlandschaften auf eine erfrischend heitere Weise zu durchstreifen. Die Geschichten flossen auf das Papier, so als hätten sie seit langem darauf gewartet, endlich erzählt zu werden.

 

Wann ist bei Ihnen das erste Mal der Gedanke gereift, ein eigenes Buch zu schreiben?

Bereits als junge Frau prägte sich der Wunsch ein Buch zu schreiben aus. Ich folgte einem inneren Drang, der sich mit den Jahren mehr und mehr formierte. Einen zusätzlichen Anstoß, gab mir die Aufforderung meiner Patienten mein Wissen und meine Erfahrung zu Papier zu bringen. Den letzten Kick erfuhr ich allerdings innerhalb eines Sterbeseminares, dass ich besuchte. Nach dessen Ende stand mein Beschluss fest: „Wenn nicht jetzt, wann dann!“, dachte ich damals und stellte die üblichen Ausflüchte von: keine Zeit, nicht der richtige Moment und, dass ich das sowieso nicht kann, beiseite und begann noch am Tage der Rückkehr ein Buchkonzept zu entwerfen. Der Stein kam ins Rollen und eineinhalb Jahre später hielt ich mein Buch „Pass auf, was du fühlst!“ voller Stolz in den Händen.

 

Wer oder was hat Sie dazu inspiriert und gestärkt?

Bevor ich zur „Vielschreiberin“ wurde, war ich eine „Vielleserin“ und habe viel Inspiration in den Büchern gefunden, die ich las. Es entstand der Wunsch den Menschen ebenfalls etwas an die Hand zu geben, was sie in ihrem persönlichen Entwicklungsprozess begleiten und unterstützen kann. Jederzeit fühle ich mich, bei all meinen Vorhaben und Projekten, durch meine Familie bestens begleitet und gestärkt. Auch vom Verleger Joachim Kamphausen, habe ich immer wieder wertvolle und hilfreiche Unterstützung erfahren.

 

Welche Erfahrungen beim Schreiben waren für Sie besonders prägend?

Gerade in den Anfängen des Schreibens gab es einige niederschmetternde und demotivierende Momente. Diese Hürden zu überwinden und dabei Vertrauen in meinen eigenen Ausdruck und meine Fähigkeiten zu entwickeln, waren prägend, hilfreich und stärkend zugleich.

 

Welche Ihrer Erkenntnisse sind besonders wertvoll für Neu-AutorenInnen?

Besonders für Neu-Autorinnen ist es sehr wichtig sich im Schreibprozess nicht entmutigen zu lassen. Nicht vorrangig den vorgefassten Meinungen und Vorgehensweisen zu folgen, sondern im Schreibprozess sich selbst und den eigenen Ausdruck zu entdecken. Nicht nur den Erfolg eines Werkes anzuvisieren, sondern vor allem seinem Herzen zu folgen und so im Tun ein Schreibvertrauen zu entwickeln, dass letztlich einen wahren Herzenstext entstehen lässt.

 

Welche Unterstützung durch tao.de war für Sie besonders hilfreich?

Ich fühlte mich jederzeit durch die tao.de MitarbeiterInnen im Veröffentlichungsprozess mit Rat und Tat bestens unterstützt und begleitet. Eine kompetente Antwort jeglicher Art, lies sowohl telefonisch, als auch per E-Mail nie lange auf sich warten.

 

Zu guter Letzt: Dürfen wir uns auf weitere Kurzgeschichten freuen?

Selbstverständlich! Mein Schreibbedürfnis ist ungebrochen groß und so wird die Erzählung, an der ich gerade schreibe, sicher nicht allzu lange auf sich warten lassen. Aber auch zahlreiche Kurzgeschichten schwirren schon im Hintergrund durch meinen Kopf und möchten ebenfalls noch zu Papier gebracht werden. Das Schreiben hat sich zu einer wahren Herzensangelegenheit entwickelt, ist sogar zu einem „Elixier“ geworden, das ich entbehre, sobald mich die „vermeintlich“ wichtigen Dinge des Lebens davon abhalten.

 

Hier geht's zu Willi und den anderen Kurzgeschichten: