„Bis bald in Frankreich!“ – Im Interview mit Karin Hildebrandt

27/04/2017 – Autoren im Focus

Bis bald in Frankreich ist ein spritziges Lesevergnügen für gemütliche Stunden am Strand, im Garten oder Reisezug.
Drei Freundinnen freuen sich auf einen gemeinsamen Urlaub in Südfrankreich. Ihre diesjährige Ladiestour führt sie zunächst in die Provence. Johanna und Carla brechen in Münster auf, um in St. Rémy de Provence Isabelle aufzupicken und bei dieser Gelegenheit deren neue Liebe Antoine kennenzulernen. Ein spannendes Unterfangen liegt vor den beiden Frauen, da Isabelles Ehemann vor zwei Jahren spurlos verschwand und Isabelle in einem Dschungel von Selbstzweifeln, Hoffnungen und Trauer zurückließ. Jetzt hoffen die beiden, dass für ihre Freundin die Zeit der Verunsicherung und Quälerei endlich vorüber ist und ein neuer hoffnungsvoller Lebensabschnitt beginnen kann. Gemeinsam wollen die drei anschließend weiter ans Meer fahren.
Natürlich sind Johanna und Carla sehr gespannt und neugierig auf Antoine. Doch bis sie sich selber ein Bild von ihm machen können, liegt noch eine aufregende Autofahrt voller turbulenter Ereignisse vor ihnen.

Karin Hildebrandt, lebt und arbeitet in Aachen. 2005 begann sie ihre schriftstellerische Arbeit mit lyrischen Werken und veröffentlichte zwei Bände: „Das Lachen am Horizont“ und „Es war 1x“. In ihrem autobiografischen Roman „Alles Liebe, dein Krebs“ aus dem Jahr 2015 beschreibt sie ihren ungewöhnlichen Weg, die eigene Brustkrebserkrankung zu überwinden. Immer wieder gelingt es der Autorin, In ihrer feinsinnigen und humorvollen Art das Augenmerk des Lesers auf sich selber und das Leben im Besonderen zu richten. Auch in ihrem humorvollen Frauenroman „Bis bald in Frankreich!“ kommt dieser Blickwinkel nicht zu kurz.
www.karinhildebrandt.de

 

Frau Hildebrandt, in Ihrem Roman geht es um die Geschichte dreier Freundinnen. Welche Bedeutung hat Freundschaft für Sie?

Freundschaften sind ausgesprochen wertvoll für mich. Sie waren wichtige Stabilisatoren und Anker in meiner persönlichen Entwicklung. Soweit ich zurückdenken kann, wurde mein Leben durch langjährige freundschaftliche Beziehungen bereichert. Doch nicht immer halten sie ein Leben lang; Freunde sind Vertraute auf Zeit.
In meinem neuen Roman geht es konkret um Frauenfreundschaften. Sie sind für mich etwas ganz Besonderes, weil sie meistens sehr nah und tief sind. Wir Frauen sollten uns ihrer Bedeutung mehr bewusst und auch ruhig stolz auf sie sein.

 

Gibt es Freundschaft ohne Selbstaufgabe?

Ohne Selbstaufgabe auf jeden Fall. Aber nicht ohne die Bereitschaft zu Kompromissen. Unter dem Strich sollte das Geben und Nehmen ausgewogen sein.

 

Spielt Frankreich in Ihrem Leben eine besondere Bedeutung?

Es fällt mir immer leichter, über etwas zu schreiben, das ich kenne. Und da ich schon häufiger in der Provence Urlaub gemacht habe, war dieses Ziel schnell ausgewählt. Außerdem habe ich eine gute Freundin aus Südfrankreich, die ich jederzeit um Rat fragen konnte.

 

Wir glauben, in einer sehr toleranten Gesellschaft zu leben. Freundschaften sind ein Spiegel der Toleranz im Alltäglichen. Was meinen Sie: Wie sieht die Wirklichkeit aus?

Freundschaften sind Verbindungen, die allen Beteiligten helfen, miteinander zu wachsen und sich weiter zu entwickeln. In unserer heutigen Zeit ist der Alltag so vollgestellt, dass wir viel zu selten den Fokus auf uns selber und unsere Beziehungen richten, und zwar von außen. Das ist das Entscheidende. Denn nur dann ist es möglich, Werte wie Liebe, Vertrauen, Toleranz sowohl bei uns selber als auch bei den anderen zu erkennen.

 

Sie haben neben zwei Gedichtbänden und einem autobiografischen Roman nun den ersten fiktiven Roman veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Das ist eine lustige Geschichte. In einer Fernsehtalkshow stellte eine Autorin ihr Buch vor. Auch darin ging es um die Freundschaft von Frauen, die allerdings auf wackeligen Füßen stand. Während ich die Diskussion verfolgte, drängte sich der Gedanke „Das kannst du auch schreiben!“ dermaßen stark in mein Bewusstsein, dass ich das Buch Bis bald in Frankreich! in Angriff nahm. Allerdings wollte ich funktionierende Beziehungen aufzeigen und nicht in Konflikten wühlen. Eine Freundin meinte dazu, dass die drei Freundinnen mein Idealbild von Freundschaft verkörpern würden. Ja, vielleicht ist das so.

 

Wie sind Sie zu tao.de gekommen?

Ich hatte ein Exposé meines autobiographischen Romans Alles Liebe, dein Krebs an verschiedene spirituelle Verlage gesandt. Eine Lektorin lobte das Manuskript, schrieb aber, dass es derzeit nicht in das Verlagskonzept passte und machte mich auf tao.de aufmerksam. So begann ich, mich mit Ihrer Geschäftsphilosophie näher auseinander zu setzen. Was ich las, gefiel mir gut, besonders das Baukastensystem für die einzelnen Bereiche Marketing, Layout und Lektorat.

 

Hatten Sie eine genaue Vorstellung von Titel und Umsetzung Ihres Themas?

Nein, ganz und gar nicht. Ich habe einige Wochen allein am Entwurf gearbeitet und alle Ideen zusammengestellt, bevor ich mit der eigentlichen Schreibarbeit begann. Einen passenden Titel zu finden, war für mich eine ziemlich schwierige Aufgabe. Sie kostete Zeit und etliche Diskussionen mit Freundinnen. Auf diese Weise kamen viele Ideen zusammen. Aber keine überzeugte mich. Letztlich hoffe ich immer auf einen Impuls aus meinem Bauch. Und so geschah es auch dieses Mal. Eines Morgens erschien mir der Gedanke Bis bald in Frankreich! und ich wusste gleich, das ist es.

Wenn Sie das Buchcover ansprechen, so habe ich bei tao.de eine Grafikerin gefunden, die schon bei meinem letzten Werk genau meine Vorstellungen umgesetzt hat, ohne diese zu kennen. Das klingt ein wenig seltsam. Aber für meinen autobiographischen Roman hatte ich bewusst keine Vorgaben gemacht. Zum einen, weil ich keine konkrete Vorstellung hatte, und zum anderen wollte ich die Phantasie der Grafikerin nicht einschränken. Das Ergebnis hatte mich nicht nur sofort überzeugt, sondern überwältigt.
Nach dieser Erfahrung wünschte ich mir für Bis bald in Frankreich dieselbe Grafikerin. Diesmal gab ich ihr allerdings einige sparsame Fakten mit auf den Weg, weil ich einen zweiten Band mit den drei Frauen plane und ich mir dazu einen gewissen Wiedererkennungswert auf dem Cover wünschte. Und wiederum war ich sofort begeistert von der Art und Weise, wie sie das Thema auf dem Titelbild umgesetzt hatte.

 

Welche Unterstützung durch tao.de war für Sie besonders hilfreich?

Von Anfang an habe ich mich bei tao.de sehr wohl gefühlt. Besonders herausstellen möchte ich in diesem Zusammenhang die allzeit schnelle Resonanz auf Wünsche und Anfragen und die gute Zusammenarbeit. Nie hatte ich das Gefühl, lästig zu fallen, auch wenn ich als Neuling vielleicht manchmal überflüssige Fragen stellte. Immer wurde ich mit großer Höflichkeit und sehr kompetent betreut. Das hat mir imponiert, weil ein solches Geschäftsverhalten heute nicht mehr selbstverständlich ist.

 

Welchen Rat würden Sie angehenden AutorInnen mit auf den Weg geben. Gibt es etwas, was Sie heute anders machen würden?

Ich habe jahrelang viele Fachzeitschriften über das Schreiben, die Erfolgschancen für Autoren und die Arbeit in den Verlagen gelesen. Vieles machte mir Angst und nahm mir den Mut. Die Messlatte schien extrem hoch.

Irgendwann stellte ich mir die folgenden Fragen:
-Was ist dir wichtig beim Schreiben?
-Welche Ziele verfolgst du mit einer Veröffentlichung: Wirtschaftliche/persönliche?
-Wieviel Zeit bist du bereit zu investieren?
-Wie viele Kompromisse möchtest du bzgl. der Zusammenarbeit mit einem Verlag eingehen?

Bei einer ehrlichen Beantwortung können sehr unterschiedliche Ergebnisse zutage treten. Sie zeigen schnell den richtigen persönlichen Weg auf. Für mich wurde Folgendes deutlich: Das Schreiben selber schenkt mir Freude, Erfüllung und Zufriedenheit. Des Weiteren bin ich nicht bereit, meine persönliche Freiheit aufzugeben oder noch mehr Zeit einzusetzen. Schließlich bin ich noch berufstätig.

 

Auf welches Buch dürfen die LeserInnen sich als nächstes freuen? Haben Sie schon eine neue Buchidee?

Auf jeden Fall möchte ich das Leben der drei Freundinnen weiterverfolgen und wie schon oben erwähnt einen Folgeband schreiben. Ich werde erst im Herbst damit beginnen. Dafür steht der Titel schon fest: Bis bald in Münster.

 

Hier geht es zum aktuellen Buch:

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