Das Geheimrezept für erfolgreiche Selfpublishing-Autoren - Interview mit tao-Autorin Sara Marija Hardenberg

31.03.2014

„Im Grunde stehen einem als Autorin oder Autor im Selfpublishing viele Wege und Möglichkeiten offen - wenn man die Scheuklappen entfernt“, sagt die tao.de-Autorin Sara Marija Hardenberg im Interview. Ihr erstes Buch Liebe...spricht Klartext! gehört zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen bei tao.de.

Wir wollten wissen, worauf es beim Selfpublishing ankommt: Wo liegen die Fallstricke, wo die Vorteile? Was kann eine Autorin tun, um ihr Buch erfolgreich am Markt zu platzieren? Hardenbergs Antworten lassen ein Erfolgsrezept erkennen: Wer gerne Kontakte knüpft, ein klares Ziel vor Augen hat und sich auch von der ein oder anderen Absage nicht entmutigen lässt, dem eröffnet Selfpublishing neue Horizonte – wenn es gelingt, diese Beharrlichkeit mit einer Prise Demut zu paaren.

 

Hatten Sie, bevor Sie Ihr erstes Buch Liebe...spricht Klartext! im Selfpublishing erschienen ist, bestimmte Hoffnungen, Erwartungen oder Befürchtungen?

Für mich hatte dieser Weg zunächst eine gewisse „Zweitklassigkeit“. Nach dem Motto, wenn mich kein Verlag nimmt, dann lande ich genau deshalb bei einem Selfpublishing-Verlag. Ich hatte sehr wohl im Kopf, dass man als Autor eine andere „Klasse“ darstellen würde, sofern ein „richtiger“ Verlag das eigene Werk annimmt. Nicht zuletzt aufgrund der Überzeugung, dass ein Verlag nur ein Produkt veröffentlicht, von dem er selbst überzeugt ist. Außerdem stehen dahinter ein „Name“, Erfahrung, Professionalität und PR.

Alles Dinge, von denen ich bis dato keine Ahnung hatte. Ein weiterer Punkt war meine Befürchtung, in der „wilden Masse“ der Selfpublishing-Bücher mit meinem Buch unterzugehen. Weil ein Selfpublishing-Verlag völlig offen und frei zugänglich für jeden Autoren ist, unabhängig von Qualität oder Brauchbarkeit, gibt es mittlerweile ja eine Unmenge von lesenswerten und unlesenswerten Büchern.

 

Was hat dann den Ausschlag gegeben, es doch mit dem Selfpublishing zu probieren?

Ich hatte keine Lust, mir mein Werk von Verlagsideen zersetzen oder so verändern zu lassen, dass es zu deren Konzept passt. Nicht zuletzt wollte ich vermeiden, dass meine Kernaussagen und Ausführungen durch Kürzungen zunichte gemacht werden.

 

Weshalb sind Sie dann bei tao.de gelandet?

Ich habe viele Selfpublishing-Verlage und deren jeweilige Angebote für die Leser, aber auch für die Autoren, verglichen und bin zu dem Schluss gekommen: Selfpublishing ist nicht gleich Selfpublishing. tao.de ist im Vergleich „äußerst persönlich“. Die Mitarbeiter erreichbar, unkompliziert und zuvorkommend.  

 

Was waren Ihre ersten Überlegungen, nachdem Sie diese Entscheidung gefällt hatten?

Mir war klar, ein Buch verkauft und verbreitet sich nicht von alleine. Also galt es in jedem Fall nach der Veröffentlichung Schritte zu unternehmen, um das Buch bekannt zu machen. Geduld aufzubringen und sich bzw. dem Buch einzuräumen, dass es zunächst auf den Weg gebracht werden muss und auch Zeit braucht, um sich seinen Weg zu bahnen. Innerlich habe ich mir deshalb für mein erstes Buch ein Jahr „Zeit“ eingeräumt, um genau in dieser Zeit für das Buch das zu initiieren, was ich initiieren kann.

 

Inzwischen haben Sie mit Allerliebste Zeit...mit Gott ein zweites Buch bei tao.de veröffentlicht. Sie bleiben dem Selfpublishing also treu. Wie hat sich Ihr Blick auf diese Form des Veröffentlichens seit dem ersten Titel verändert?

Heute sehe ich mehr das Vorteilhafte am Selfpublishing. Da ich selbst die Zügel in der Hand habe, habe ich die Freiheit, bewusst etwas für mein Buch zu tun und es vorzustellen: Sei es in Medien, als Artikel, Vortrag, Lesung, Beiträge im Radio, Rezensionen. Es gibt mir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln mit den Medien und neue Kontakte zu knüpfen.
Außerdem: Der Geist meines Buches und überhaupt der Geist, den ich insgesamt diesem Buch mitgegeben habe, wurde vollständig realisiert! Innen wie außen. Als Inspiratorin, Bewegerin, Aufrüttlerin, Ideenstifterin, praktische Liebende für Menschen, wie ich es im normalen Leben auch bin. Diese Art der Veröffentlichung beinhaltet deshalb für mich ein hohes Maß an Stimmigkeit und Authentizität. Das fühlt sich gut an. Sehr attraktiv ist für mich auch die Möglichkeit, „Vertragsfreiheit“ zu wählen. Für mich ein wesentlicher Punkt, um frei, ungebunden oder offen zu sein für neue Kontakte, die mein Buch betreffen.

 

Wo liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen für einen Autoren/eine Autorin, die sich für Selfpublishing entscheidet? Haben Sie einen Tipp, wie man ihnen gerecht werden kann?

Wichtig ist, sich klar zu sein, das man für alles selbst verantwortlich ist. Man muss sich auch ganz klar sein, was man will und wie man etwas will. Sei es hinsichtlich des Inhaltes  und seiner Gestaltung bzw. der Lektorierung, oder aber auch, was Format und Coveroutfit betrifft. Für mich waren die technischen Herausforderungen eine große Hürde. Wer nicht so versiert ist, sollte sich hierfür auf jeden Fall Unterstützung holen. Ich persönlich halte Korrektorat und Lektorat ebenfalls für absolut wichtig, möchte man sein Buch professionell umgesetzt wissen.

Außerdem braucht es, um der Welt sein Werk vorzustellen, Kreativität, Ausdauer und auch finanzielle Investitionen, will man den Weg des Buches durch einzelne Werbemaßnahmen unterstützen. In meinem Fall haben zum Beispiel Flyer zum Buch, die ich in verschiedenen Läden, Zentren oder auf Messen ausgelegt habe, wunderbare Dienste geleistet. Wie gesagt, es gibt viele Bücher. Leider auch ähnliche Bücher. Und selbst wenn ich sage, dass mein Buch sich eindeutig von anderen Büchern unterscheidet, gehen die Türen in den Redaktionen oder bei anderen Medien nicht automatisch auf. Wer PR für sein Buch macht, braucht Langmut und sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn Redaktionen dem Wunsch, das Buch zu besprechen oder gar einen Artikel aus dem Buch zu veröffentlichen, nicht nachkommen.

 

Was hat Ihnen persönlich geholfen, mit den Besonderheiten des Selfpublishings einen guten Umgang zu finden?

Ich bin mehr der aktive Typ und nicht so gerne auf andere angewiesen. Man könnte auch sagen, wenn ich etwas unternehme oder mache, weiß ich, was ich mache und dass es gemacht ist. Ob ich mich, was die PR betrifft, wirklich auf einen „richtigen Verlag“ verlassen könnte, weiß ich nicht. Als „Newcomer“ unter vielen „Newcomern“ eher nicht, würde ich sagen. Last but not least möchte ich den Weg mit einer gewissen Bescheidenheit gehen. Ob mein Buch „dienlich“ ist, entscheidet letztendlich der Leser. Und ob mein Buch den Weg in die Welt findet, entscheidet aus meiner Sicht „der liebe Gott“. Ja, natürlich wünsche ich mir, dass viele Menschen sich vom „Liebesbewusstsein“ inspirieren und anstecken lassen, das ist meine Vision. Doch an dieser Stelle höre ich auf mit dem Tun. So lasse ich meine Vision (neben allem Eifer, der dazugehört) am Ende sich selber tragen. Es stimmt friedlich und nimmt einem Autoren „Erfolgsdruck“, gibt man sich einmal ganz leise, mit der Tatsache zufrieden, ein Buch überhaupt hat schreiben zu können.

 

Ist Ihnen nach der Veröffentlichung etwas an Ihrem Buch aufgefallen, das Sie gerne anders gehabt hätten?

Hält man nach der Veröffentlichung sein Buch in der Hand und stellt fest, der ein oder andere Fehler hat sich doch eingeschlichen oder es hätte noch etwas besser werden können, sollte man sich nicht grämen. Denn man hat beim Selfpublishing die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe einer „Neuauflage“ Korrekturen vorzunehmen. Oder sich zu erlauben, als Autor/Autorin unperfekt zu sein und genau deshalb von seinen Lesern „geliebt“ zu werden.

 

Wie gelingt es einem Selfpublishing-Autoren, sein Buch zielgruppengerecht zu schreiben?

Der Leser sollte bei der Gestaltung des Buches immer im Blick des Selfpublishing-Autoren sein. Denn all das, worum der Verlag sich sonst kümmert, muss ich als Selfpublishing-Autor selbst im Auge haben. Sicher ist es, wenn das Buch geschrieben ist, wertvoll, einmal wohlgesonnene Personen zu dem Inhalt und der Aufteilung zu befragen, bevor es später andere tun, was ziemlich unangenehm sein kann. Überhaupt tun dem Buch vor der Veröffentlichung „wohlwollende Augen und Kritiker“ gut, die oft mit ihren Impulsen das Buch erst so richtig komplettieren oder den ein oder anderen Fehler noch entdecken. Das Angebot der Selbstpräsentation durch das Autorenprofil ist bei tao.de eine gute zusätzliche Möglichkeit, mit Lesern in Kontakt zu treten und mehr über die Zielgruppe zu erfahren.

 

Haben Sie Ihr Buch schon in einer Buchhandlung wiedergefunden?

Die meisten Bücher werden heute im Internet bestellt. Wer also von dem Buch erfährt, kann  dieses Buch leicht über Amazon oder sogar Ebay erhalten. Natürlich träume auch ich als Autorin davon, irgendwann mit meinem Buch „leibhaftig“ im Buchhandel zu stehen. Im Frühling ist es wohl auch soweit, da tao.de dafür sorgt, in Partnerbuchhandlungen die „leibhaftige“ Präsenz der tao.de-Bücher zu fördern und damit auch „zu checken“, wie gut das ein oder andere Buch direkt beim Kunden ankommt. Meines ist auch dabei, was mich sehr freut! Und ich selbst konnte mein Buch bereits in einem bekannten Buchkatalog platzieren. In den nächsten Woche werde ich mich um Autorenlesungen bemühen und auch hier neue Erfahrungen sammeln.

 

Wie lautet Ihr Fazit zum Thema Selfpublishing in einem Satz?

Im Grunde stehen einem, wenn man die „Scheuklappen“ entfernt, viele Wege und Möglichkeiten offen. Man darf Sie ergreifen! Oder, wie es im Liebesbewusstsein so schön heißt: Man darf sich den Erfolg erobern! 

 

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