Hurra Urlaub? Hurra Ferien?

14.08.2017

Dieses Jahr habe ich meinen Urlaub wieder in einer einsamen, kleinen, hochgelegenen Berghütte verbracht (s. kleines Panoramavideo: >> HIER KLICKEN <<). Kein Strom und, wenn überhaupt, nur ein löchriges Internet. Zwei Wochen in der Natur entspannen, viel Ruhe, viel Wandern und der Austausch mit Freunden - jenseits von Autolärm, permanenter Geräusch- und Lichtkakophonie, Umweltschäden und Menschenmassen, eingebettet in eine herrliche Berglandschaft.

Das liebe ich, das ist mein - einmal jährlich - realisierter Traumurlaub. Wie kann ein solcher Urlaub misslingen? Nun ja, vor 4 Jahren habe ich mir dort oben ein Bein gebrochen. Damit war der Traumurlaub in wenigen Sekunden vorbei...

 

 

Berge am See

 

Was sind die Vorstellungen, die Du mit Urlaub verbindest? Was muss in (oder vielleicht „vor“?) Deinem Urlaub geschehen, damit Du auf gelungene Ferien zurückblicken kannst? Und was ist passiert, wenn Du feststellen musst: Oh, das war jetzt aber gar nicht gut!?

Ich scheitere in meinem Wunsch, einen schönen Urlaub zu verbringen – wenn ich scheitere – an meinen Ansprüchen und an meinen Erwartungen oder an denen der Menschen mit denen ich zusammen unterwegs bin, sofern ich mich mit diesen identifiziere. Ich bin meist gelassen und freudvoll, wenn ich keinen Widerstand gegen das habe, was sich ereignet. Das stimmt zwar immer – im Urlaub fällt es mir aber ganz besonders auf, weil es da ein besonderes Gewicht hat.  Meine Art Urlaub zu machen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert.

Ich freue mich an dem Bekannten – daran war ich in meiner Jugend und als junger Erwachsener überhaupt nicht interessiert. Da fand ich das langweilig 2 x an denselben Ort zu reisen. Jetzt vermittelt sich mir ein Gefühl des entspannten Ankommens und Seins, wenn ich an einen bekannten Ort zurückkehre, um dort Urlaub zu machen. Ich erfreue mich dann an dem, was Bestand hat und schaue kritisch auf das, was sich verändert hat. Insofern JA: Wenn ich jung bin, freue ich mich am Entdecken des Neuen – im Alter taucht das Bewahrende auf.

 

Haus am See

 

Ich habe mal einige meiner MitarbeiterInnen (25J-50J) gefragt, was sie unter Urlaub und Ferien (werden allgemein als synonyme Begriffe verstanden) verstehen:

Kirstin:  Entspannung und Abwechslung – Abenteuer, Neues erkunden, Inspirationen bekommen. Wann sind die Ferien misslungen? Wenn man sich zu viel vorgenommen, zu viel erwartet hat und dies nicht erfüllt wird/werden kann.

Monika: Freiheit, etwas Anderes machen als sonst, Reisen, ans Meer oder in die Berge fahren, allgemein: andere Orte aufsuchen, Zeit für Besuche von Freunden. Wann sind Ferien misslungen? Wetter/Unterkunft, alles ist mau oder wenn man mit den „falschen“ Personen den Urlaub verbracht hat.

Amelie: Abschalten, Seele baumeln lassen, mal Zeit finden für die Dinge, die im Alltag zu kurz kommen, gute Bücher lesen, in Urlaub fahren, Orte besuchen, die man noch nicht kennt. Wann sind die Ferien misslungen? Wenn man nicht abschalten kann, im Alltagsbewusstsein festhängt, wenn man sich viel zu viel vornimmt. Wenn man mit den Gedanken in der Zukunft ist.

Sarah: Wegfahren – alles Alltägliche hinter mir lassen, Neues entdecken, raus kommen. Ergebnis: Entspannung, den Kopf frei kriegen. Wann sind die Ferien misslungen?  Es hat immer geklappt, ich habe mich immer drauf eingelassen, ich konnte meinen Urlaub immer genießen, konnte loslassen – also keine Erfahrung mit misslungenem Urlaub

Wladimir: Entspannen und runterkommen, fremdes Land sehen, fremde Kulturen entdecken, Dinge machen, die ich normaler Weise nicht mache, Beispiel: In Norwegen wandern gehen, Berge besteigen. Wann sind die Ferien misslungen? Wenn ich mich nicht entspannen kann, wenn alles durchgeplant ist, Touri-Urlaube finde ich total anstrengend.

 

Liebe Grüße
Joachim Kamphausen

 

 

Offiziell zur Begrifflichkeit:

Das meinen die Menschen hinter Wikipedia dazu: Urlaub (mhd. urloup = Erlaubnis, Erlaubnis zu gehen, Abschied) ist bei einem Arbeitsverhältnis der Zeitraum, in dem ein arbeitsfähiger Arbeitnehmer, Beamter, Soldat oder auch Selbständiger unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts von der Arbeitspflicht zur Erbringung von Arbeitsleistungen befreit ist. Mit Ferien (vom lateinischen feriae für Festtage) werden Zeiträume bezeichnet, in denen eine Einrichtung vollständig schließt, um ihren Angehörigen andere Tätigkeiten, insbesondere Erholung zu ermöglichen.

Kategorie: Für LeserInnen