Fantasie gegen Erfahrung eintauschen

24.08.2017

Der Titel entstammt einem Zitat aus dem Film „Weit“  – dreieinhalb Jahre hat ein Paar die Welt bereist und dabei fast 100.000 Kilometer zurückgelegt. Nachwuchs haben die beiden in der Zeit auch bekommen. Ein Wagnis, von dem viele träumen und welches in Filmen, Büchern und den vielen Reise-Blogs immer wieder beschworen wird: Dem Alltag adé sagen, aufbrechen in ein fremdes Land, Kulturen und Gebräuche kennenlernen – in der Hoffnung, dass diese Impulse auch in unserem Inneren etwas bewegen, wir irgendwie verändert heimkehren. Bereichert um Erinnerungen, die uns in unserem Gefühl von Lebendigsein bekräftigen, der Gewissheit, die kostbaren Lebensjahre nicht blass und angepasst verstrichen lassen zu haben. Genau dieses Gefühl beschreibt der Reiseschriftstellerdreieinhalb Jahre hat ein Paar die Welt bereist und dabei fast 100.000 Kilometer zurückgelegt. Nachwuchs haben die beiden in der Zeit auch bekommen. Ein Wagnis, von dem viele träumen und welches in Filmen, Büchern und den vielen Reise-Blogs immer wieder beschworen wird: Dem Alltag adé sagen, aufbrechen in ein fremdes Land, Kulturen und Gebräuche kennenlernen – in der Hoffnung, dass diese Impulse auch in unserem Inneren etwas bewegen, wir irgendwie verändert heimkehren. Bereichert um Erinnerungen, die uns in unserem Gefühl von Lebendigsein bekräftigen, der Gewissheit, die kostbaren Lebensjahre nicht blass und angepasst verstrichen lassen zu haben. Genau dieses Gefühl beschreibt der Reiseschriftsteller Andreas Altmann immer wieder in seinen Büchern als Quintessenz des Menschseins hervorhebt: „weltreicher, geistreicher, geheimnisreicher“ werde ein Reisender jeden Tag, so seine Formel.

 

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Mit Fernreisen das Ego aufpimpen

 

Immer wieder begegne ich Menschen, welche die erlebte Freiheit des Reisens zum absoluten Gebot voll entfalteten Menschseins stilisieren. Die Daheimgebliebenen werden schnell als (mehr oder weniger heimliche) Drückeberger abgeschrieben. Reisen zu exotischen Zielen sind ein modernes Statussymbol, in Gesprächen unter Globetrottern über das „Wo warst Du denn schon?“ schleicht sich schnell ein Höher, Schneller, Weiter ein. Vielleicht versuchen die Weltreisenden aber auch nur ein heimliches Gefühl der inneren Leere mit einem unbändigen Erfahrungshunger zu stillen. Die immer weitere „Schüppe obendrauf“ kann unter Umständen tragisch enden, wie es beispielsweise der jährlich anwachsende Hype um die Mount Everest-Besteigungen zeigt - bei dem Erklimmen des höchsten Bergs der Welt sterben immer wieder Menschen.

 

Dabei gibt es wunderbare Möglichkeiten, nachhaltig und achtsam zu reisen. Einen Überblick gibt der Verband „forum anders reisen“, der sich auf diese entschleunigte Form von Tourismus spezialisiert hat  „forum anders reisen“. Den Ansatz, dass Reisen nicht so spektakulär anmuten muss, wie ich es in der wilderen Sturm und Drang-Zeit meines Lebens noch annahm, finde ich beruhigend. Ja, ein meditatives Wandern, wie es etwa der tao.de-Autor Eckart Warnecke beschreibt, kann mich viel eher mit einer zentralen Erlebnisqualität verbinden, die ich eigentlich im Reisen suche: dem Innehalten. 

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In der Fremde sich selbst erkennen

 

Ich erinnere mich noch gut, wie ich mir mal für drei Wochen ein Zimmer in Paris nahm, um „möglichst alles“ zu sehen. Die Frage, wie ich so eine Masse an Eindrücken seelisch verstoffwechseln kann, stellte ich mir nicht. Leider. Denn am Ende war ich zwar viele Straßenzüge entlang gehetzt, aber die eigentlichen Sternstunden waren die Begegnungen gewesen. In der großartigen Community Couchsurfing machte ich die Erfahrung, dass mich Menschen mit einer Herzlichkeit willkommen hießen, von der ich dachte sie sei ausschließlich guten Freunden vorbehalten – das war der eigentliche Aha-Moment. Seitdem hält neben dem Wunsch nach Erholung die Begegnung mit Menschen in mir die Sehnsucht nach der Fremde am Leben. Ich habe den Wunsch, andere Perspektiven auf die Welt kennenzulernen, um schließlich auch das Gespür für meine eigene Weltsicht zu vertiefen. „Man könnte es auch ganz anders sehen“ - diesen Satz finde ich in vertrackten Alltagssituationen immer wieder hilfreich. Indem ich reise, wird er von einer bloßen Theorie zur Gewissheit, von einer Fantasie zur Erfahrung.

 

Ich bin schon gespannt auf meine zweite Asien-Reise im kommenden Jahr, wenn ich mich mit einer Thai Yoga Massage-Ausbildung in Chiang Mai für das jahrelange Doppelleben „Beruf plus Studium“ belohne. Bis es so weit ist, werde ich mich weiter darin üben, den Spirit des Reisens in meinen Alltag zu weben, wie es der österreichische Blog „Honigperlen“ seinen Lesern ans Herz legt.