Blick hinter die Kulissen

12.05.2014

 

 

Prolog zum Blog

Meine Einsicht: Jedes Wesen ist eine Botschaft an das Leben! Für uns Menschen beinhaltet sie zugleich Vermögen, Ausdruck und Auftrag. Sie eröffnet den individuellen Zugang zu "Sinn" und mehr Leichtigkeit. Und plötzlich geschehen Wunder...

 

Was ist die Botschaft, die durch Dich in die Welt drängt?

Spirituell leben bedeutet (heute!) für mich, immer wieder neu um eine Antwort auf die Frage, „Wer bin ich?“ zu ringen – und wenn ich meine, eine Antwort gefunden zu haben, diese nach einem Moment der Freude und Genugtuung wieder zu verwerfen und weiter zu suchen.

 

Was bedeutet für Dich: spirituell leben?

Die Botschaft, die ich im Blick auf mein Leben extrahiere, ist so etwas wie "Eigenständigkeit in Verbundenheit"

Das hat mich in die Lage versetzt, Widersprüche - innen wie außen - leichtfühlig zu integrieren. Z.B. war mein Vater Unternehmer - ich musste jedoch mit meinen Eltern bei den Großeltern wohnen, weil wir uns keine eigene Wohnung leisten konnten. Das objektive Armsein, hat nicht meine Wahrnehmung bestimmt, es war genug da für mich (nicht zuletzt die Liebe der Eltern und Großeltern) und auch noch viel für andere, Mitarbeiter, große Familie, Freunde. Wie sollte da auch eine Gefühl von Armut entstehen?

 

Mit 10 Jahren wurde ich Messdiener. Auf unseren kirchlichen Freizeiten in der Eifel handelte ich erfolgreich mit Kaugummi, so dass ich mit mehr Taschengeld zurückkam. Im Alter von 13 Jahren und 1,58 cm klein begann ich am 1. April 1964 eine Lehre als Galvaniseur (körperlich schwere Arbeit!), machte daneben abends über den 2. Bildungsweg das Abitur.

 

Meinen Wehrdienst absolvierte ich im Krankenhaus als Pflegehelfer. Einen wesentlichen Teil meines Studiums verbrachte ich lehrend (weil ich so am besten lernte...). Das Studium musste ich weitgehend selbst finanzieren, dennoch wohnte ich sehr komfortabel in einer Villa in bester Lage: Die Arztfamilie bot freies Wohnen gegen Nachhilfe für ihren Sprössling... 

 

Früh kam ich in den Bundesvorstand einer Studentenorganisation, ohne Ahnung in der Sache - jedoch von dem, was Erfolg versprach... 

 

Später betreute ich als Makler und Hausverwalter ein Haus für misshandelte Frauen und für Menschen mit sozialen Handycaps und lebte auch dort mit meiner kleinen Familie.

 

Eine äußere Unauffälligkeit und innere Defensive bei gleichzeitiger Zugewandtheit zu den Menschen und den Dingen erlaubte mir, meine Eigenständigkeit und (als die andere Seite derselben Medaille) meine Offenheit weiter zu entwickeln.

 

Meine Aversion gegen Lesen (hatte sich im Studium entwickelt) konnte nicht verhindern, dass ich Verleger wurde und das Buchverlegen wiederum nicht, in vielen spannenden Projekten auch andere Produkte zu entwickeln. So viele Fehlschläge, wie ich dabei erleben musste, reichen eigentlich für 10 Pleiten... (ich blieb dennoch -bislang- davon verschont). Bei allen wirtschaftlichen Zwängen, die objektiv bestehen mögen, stand und steht im Vordergrund als Motiv für mein Handeln die Freude am originellen und originären gemeinsamen Tun. 

 

Ich bin durch und durch: 

  • Verleger, es macht mir große Freude, wenn ich den Entwicklungsweg von Autoren begleiten kann – aber Bücher? Da gibt es einfach zu viele, die „man“ nicht braucht! Und doch: alle wesentlichen Impulse zur eigenen Entwicklung und Veränderung sind    durch Bücher – fast ausschließlich durch solche, die wir herausgegeben haben - ausgelöst oder vertieft worden
  • politisch links, finde unsere wirtschaftspolitische Ordnung eine Katastrophe für Menschen und Umwelt – dennoch profitiere ich von deren Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten, mich hat es in meinem Sein und Werden unterstützt 
  • ein Geldliebhaber - weniger zur privaten Wunscherfüllung (ich kann mich soweit ich zurückdenken kann, an keinen starken materiellen Wunsch erinnern) - sondern als Arbeitsmittel, zum Invest in interessante Projekte, die mich immer wieder neu mit anderen Menschen verbunden haben und verbinden: wahre Vermögensbildung!
  •  ein sprunghaftes, unberechenbares Wesen und lebe seit 40 Jahren in einer festen Beziehung und leite seit mehr als 30 Jahren ein Unternehmen
  • ein Eremit und Einzelgänger und bin täglich kommunikativ mit vielen, vielen Menschen verbunden
  • von dem Zuspruch der anderen abhängig. Und mache, was ich für richtig halte
  • ruhebedürftig und bringe die Arbeit und Termine auch in 80 Wochenstunden nicht komplett vom Tisch
  • ein langweiliger Typ und erfahre doch viel Wertschätzung von interessanten Zeitgenossen
  • on eher geringem Selbstvertrauen und erreiche doch im Wesentlichen meine Ziele
  • ein Getriebener und weiß ganz sicher, dass ich nirgendwo hin muss 

 

Das sind doch viel zu viele Widersprüche, als dass das kleine ich diese verstehen und lösen kann?! 

Mich geführt fühlen, alleine und mit anderen klar zu kommen, angenommen zu sein in meiner unvollkommenen Vollkommenheit, in einer wachen Familie und in einem guten Team zu leben und zu arbeiten, zuverlässige Freunde zu haben, das alles hilft mir sehr!

 

 

Herzliche Grüße

Joachim Kamphausen

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Ich habe neulich so eine Freude verspührt, als ich mal "keine Rolle" gespielt habe. Alles war so still und ruhig. Ob das "erkenne dich selbst" des Orakel von Delphi vielleicht den Teil "selbst" gemeint hat, der keine Rolle spielt?

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