April 2016

Mit dem Taxometer in den Garten Eden

21.04.2016

Mit bald 33 Jahren fühle ich mich selbst noch weit entfernt vom „gealterten Mann“. Sicher, es gibt diese Momente, wo das Sprießen eines ersten weißen Haares oder ein Besuch beim Versicherungsvertreter an der (illusionären) Gewissheit rütteln, dass sich das gewohnte Spiel von Aufstehen – Alltag erleben – Schlafenlegen wohl bis in die Ewigkeit wiederholen wird. Bereits jetzt weiß ich, dass im Jahr 2048 ein Brief bei mir eintrudeln wird mit dem Bescheid, wie viele Euro mir meine Lebensversicherung fortan monatlich ausschütten wird.

...ZUM ARTIKEL

Interview mit Jürgen Fliege zu seinem Buch, Männer wachsen im Garten

13.04.2016

Im Übergang von Berufstätigkeit zum sogenannten Ruhestand ist man – wie in keinem Lebensabschnitt sonst – intensiv auf sich zurückgeworfen. Alles ist plötzlich vollkommen NEU. Das Mehr an hinzugewonnener Freiheit will erst einmal angeschaut, durchdrungen und verarbeitet werden. Die damit verbundenen persönlichen Herausforderungen sind besonders für Männer, die ihr Selbstverständnis vornehmlich aus ihrer Berufstätigkeit abgeleitet haben, immens. Viele fühlen sich in diesem Prozess alleine gelassen. Gesellschaftlich betrachtet ist es (noch) ein ganz privates „Projekt“. Vielleicht überwiegen – später – die Chancen, aber das kann Mann in der ersten Phase noch nicht sehen. Zunächst ist da ein großer Verlust – gerade auch an Orientierung.

Ich frage Jürgen Fliege, der diesen Bruch bereits einige Jahre hinter sich hat. Er hat seinen originellen Lösungsvorschlag in sein neuestes Buch gepackt.

...ZUM ARTIKEL

Die Würde des Menschen … ist ausbaufähig

06.04.2016

Gastbeitrag von Christian Salvesen

Eine Begegnung mit Asylbewerbern im „Connectionhaus“ in Niedertaufkirchen, Bayern

„Jeder Mensch wird von Gott geliebt, so wie er ist, unabhängig davon, welcher Religion er angehört oder ob er überhaupt eine Glaubensrichtung vertritt. Wir sind hier zusammen, um uns in der inneren Stille zu erfahren, in Frieden und Offenheit.“ Der Sufischeich aus dem nahegelegenen Städtchen Prien spricht ruhig und ohne Pathos. Wir sitzen im Kreis. Acht junge Afghanen, eine syrische Familie und die deutschen Teilnehmer an diesem (Sufi-) Abend. Es ist ein erster Schritt zur Integration der insgesamt 16 Asylbewerber, die hier im Connection-Seminarhaus seit einem Monat wohnen. Der Gründer und Leiter des Hauses, Wolf Schneider, möchte über die übliche karitative Versorgung der Flüchtlinge hinaus eine „Transkonfessionelle Verständigung“ erreichen. Es soll eine Atmosphäre der Toleranz und gegenseitigen individuellen Würdigung entstehen.

...ZUM ARTIKEL